Ostern und Bräuche

Glocken – eine fast unendliche Geschichte!

Die gelben Osterglocken sind ein Symbol für Kirchglocken. Und Kirchglocken sollen – so will es die Legende – von Gründonnerstag bis Ostern nach Rom ziehen. Aber wie hängen die beiden zusammen? Um Glocken und Osterglocken ranken sich die schönsten Geschichten.

Bald freuen wir uns wieder über die Osterglocken: Damit sind nicht nur die gelben Narzissen gemeint, die man Osterglocken nennt, sondern auch die Kirchglocken, die an Gründonnerstag meist verstummen und erst am Ostersonntag wieder zu läuten beginnen. Über sie erzählte man sich einst, dass sie sich am Gründonnerstag nach Rom begäben, um dort bis zur Auferstehung von Jesus in der Osternacht Andacht zu halten. Kein Wunder, erwartete man sie an Ostern sehnsüchtig zurück. Als sich später der Brauch entwickelte, bei Freunden und Bekannten vorbeizugehen, um ihnen ein schönes Osterfest zu wünschen, nahm man gelbe Narzissen mit: Diese sollten die Freude über die Rückkehr der lang ersehnten Kirchglocken symbolisieren. Damals kam im deutschsprachigen Raum der Name „Osterglocke“ auf.

Glocken verbinden Himmel und Erde
Wussten Sie, dass das Gehör das erste und letzte Sinnesorgan ist, das in unserem Leben funktioniert? Hören ist wichtig, denn es bedeutet, dass wir die Welt um uns herum wahrnehmen und mit anderen Menschen kommunizieren können. Das erklärt auch, weshalb Glocken von allem Anfang an bedeutungsvoll waren. Da man sie über weite Distanzen hörte, wurden sie nicht nur als Signal für Menschen genutzt, sondern auch für die Kommunikation mit übersinnlichen Wesen wie Gottheiten oder Geistern. In China jedenfalls wurden sie schon vor Jahrtausenden bei kultischen Handlungen eingesetzt. Allerdings wurden sie mit der Mündung nach oben montiert und von aussen mit Schlägeln angeschlagen. In Indien wurde die Glocke dann zum Musikinstrument. Und in Mesopotamien hing man sie Leitpferden, Elefanten und Kamelen um den Hals. Dies diente nicht nur der Orientierung und Sicherheit der sie begleitenden Menschen; vielmehr sollte das Klingen der Glocken auch die Götter besänftigen.

Glocken gegen Hexen und Dämonen
Die frühen Christen und Kirchenschriftsteller standen der Glocke vorerst mal ablehnend gegenüber. Zu viele Heiden – so schien es ihnen – hatten sich ihrer bedient. Dann erkannten sie aber wahrscheinlich die Vorteile, und so wurden die Glocken auch von den Christen übernommen: Zuerst allerdings nur in der Abgeschiedenheit der Klöster, aber zu Beginn des 7. Jh. auch öffentlich. Nun glaubte man plötzlich, das Geläut von Glocken würde Dämonen erschrecken, weshalb man nicht nur Kirchen mit Glocken versah. Vielmehr schmückten sich auch Menschen mit Glöckchen, um böse Geister und den bösen Blick abzuwehren. Jetzt hatten Kirchen teils sogar mehrere Glocken, von denen nicht wenige der Abwehr böser Geister gewidmet waren. Vor allem nachts wurde geläutet. Und noch während der Weimarer Zeit (also nach 1918) hiess es: „Wo der Glockenton nicht gehört wird, dort haben die Dämonen die Macht. Nachts ist der Teufel am mächtigsten, bis zum ersten Hahnenschrei.“
Nun, Osterglocken haben absolut nichts mit bösen Geistern zu tun. Und deshalb sind sie rund um die Uhr das ultimative Zeichen von wiedererwachender Natur, von Frühling und Ostern. Mit ihrem munteren Gelb sind sie aber auch Gute-Laune-Garanten. Und das ist Vielleicht mit ein Grund, weshalb der Osterhase neuerdings auch Osterglocken und andere Blumen bringt. Er liebt allerdings nicht nur Frühlingssträusse, sondern auch witzige Osterkompositionen, mit oder ohne Merci-Schoggi und mit oder ohne Sekt.

Eine Welt voller Eier

Früher glaubte man, dass die Welt aus einem Ei entstanden sei, im Christentum sind Eier das Symbol für die Auferstehung Christi. So oder so: Ostereier sind schön, vor allem wenn man es versteht, sie – zusammen mit Blumen – so richtig in Szene zu setzen!

Zugegeben: Ostereier gehören zu Ostern, und Ostern ist ein christliches Fest. Aber das Ei ist von uralter Symbolik und gehörte in anderen Kulturen zur Schöpfungsgeschichte. So beispielsweise im Hinduismus. Laut indischem Mythos entstieg der Schöpfergott Brahma dem Ei des Universums. Deshalb wird „das Ei des Brahma“ im Hinduismus als Kern der Weltgeschichte verstanden. Auch in anderen Kulturen gibt es das Welten-Ei: So z. B. in der ägyptischen, griechischen, chinesischen, japanischen und altperuanischen Mythologie. Kein Wunder, fanden Archäologen prächtig verzierte „echte“ Eier sowie Nachbildungen aus Marmor, Ton und Alabaster. Selbst gefärbte Eier sind aus vorchristlicher Zeit bekannt.

Hennen wehren sich gegen Legeverbot
Im Christentum wurde das Ei zum Symbol für die Auferstehung Christi. Aber zusätzlich ist das österliche Eieressen auch auf die im 7. Jh. eingeführte Fastenzeit zurückzuführen. Wer fastet, darf bekanntlich weder Fleisch noch Eier essen. Und das war insofern ein Problem, als man die Menschen zwar anhalten konnte, keine Eier zu essen, den Hennen aber schlecht verbieten konnte, Eier zu legen. Deshalb kam es während der Fastenzeit zu einem Eier-Überschuss. Um die Eier haltbar zu machen, kochte man sie. Am Gründonnerstag verwendete man einen Teil davon zur Bezahlung der Zinsen an den Lehnherrn, andere liess man am Ostersonntag in der Kirche segnen. Um die gesegneten von den andern Eiern zu unterscheiden, färbte man die gesegneten.

Vom einfachen Osterei zum Zaren-Ei
Mit der Reformation im 16. Jahrhundert kam die Tradition des Eier-Schenkens auf: Nicht nur Familienmitglieder wurden mit bunten Ostereiern beschenkt, sondern auch Pfarrer, Lehrer und Freunde. Das war auch in Russland so. Denn zu Ostern, dem wichtigsten Fest der orthodoxen Kirche Russlands, war es seit dem 17. Jahrhundert Brauch, sich geschmückte Eier und drei Küsse zu schenken. Einfache Leute jedenfalls gaben sich damit zufrieden, nur dem Zaren war das zu wenig. Mit dem Auftrag, den der russische Zar Alexander III. 1885 seinem Hofjuwelier Fabergé erteilte, bekam der Brauch des Ostereierschenkens jedenfalls eine neue Dimension. Der Zar schenkte seiner Gattin mit dem von Fabergé gefertigten so genannten „Hennen-Ei“ nämlich ein Kleinod der Goldschmiedekunst. Das Hennen-Ei hatte eine weiss emaillierte Eierschale mit einem Dotter aus Gold. Das Dotter aber liess sich öffnen und zeigte eine Henne aus Vierfarbgold, die mit Rubin-Augen verziert war. Die Gattin war begeistert. Und dies wiederum bewog Alexander, ihr jedes Jahr ein neues Überraschungsei von Fabergé zu überreichen.

Blumen im Ei
Aber es muss ja nicht ein Fabergé-Ei sein. Denn auch ganz normale Hühnereier haben ihren Charme, vor allem dann, wenn man sie beim Osterfrühstück als Väschen verwendet. Dafür sind die Eier so auszublasen, dass sie nur ein Loch aufweisen.

Dann einfach mit Wasser füllen, in Eierhaltern platzieren und mit bunten Frühlingsblühern füllen: Mit Tulpen, Anemonen, Narzissen, Ranunkeln, Vergissmeinnicht oder Veilchen. Aber natürlich kann man in ausgeblasene Eier auch etwas Erde einfüllen und sie dann mit kleinen Frühlingsblühern wie Krokussen, Primeln, Bellis usw. bepflanzen. Jetzt noch einige Eier aus Schokolade dazwischen streuen … und schon hat man eine Tischdekoration, die selbst eine Zarin begeistern würde.

Übrigens: Wer nicht selber Hand anlegen will, weil er keine Zeit oder zwei linke Hände hat, kann sich in den Blumenfachgeschäften umsehen. Denn mit einem witzig-frühlingshaften Osterstrauss oder vielen fröhlichen Frühlingsblühern ist der Winter endgültig passé und der Osterhase da!

Viel Glück beim Ostereiersuchen!

Was kann man Schöneres wünschen als Glück: Glück im privaten Bereich, Glück im Beruf, Glück wenn es um gesundheitliche Aspekte geht … und natürlich Glück beim Ostereiersuchen. Da kommt ein Glückskäfer wie gerufen.
Zugegeben, es gibt noch andere Glücksbringer. Aber kaum ein anderer ist so charmant wie der Glückskäfer. Das gilt natürlich vor allem dann, wenn er aus feinster Schokolade und deshalb essbar ist. Kein Wunder, sind Blumen mit einem Schoggi-Glückskäfer praktisch unwiderstehlich. Bei der fröhlichen Verpackung in Form eines Käfers lassen sich die Flügel aufklappen. Und wenn man die öffnet, lachen einen 32 einzeln verpackte Käfer mit Pralinenfüllung entgegen. Das sind 150 g feinste Schweizer Munz-Schokolade.
Übrigens: Glückskäfer sollen Glück bringen, weil sie im Gartenbau und in der Landwirtschaft nützlich sind, da sie Pflanzenläuse und Spinnmilben fressen. In katholischen Regionen gelten sie zudem als Himmelsboten der Mutter Gottes. Dort nennt man sie auch Marienkäfer. So oder so: Abschütteln oder gar töten darf man sie auf keinen Fall, weil sie sonst Unglück bringen … heisst es. Über das Aufessen steht nichts geschrieben!