Tag des Kusses

„Küssen macht süchtig …“, singt Pop- und Rockstar Selina. Und so darf man ruhig gespannt sein, ob das am 6. Juli auch wirklich der Fall ist. Bei uns sind die Chancen gut, in andern Ländern weniger. Denn anderswo ist das Küssen gar nicht erlaubt – oder sieht völlig anders aus!

Während wir uns nicht nur am internationalen Tag des Kusses ungeniert küssen oder abpusserln und die Lippen dazu benützen, reiben die Burmesen als Zeichen der Zärtlichkeit ihre Wangen aneinander. Noch ein wenig exotischer sind Inuit, Samen, Polynesier und Maori, die sich mit den Nasen berühren und dabei sozusagen beschnuppern. Lippenküsse hingegen werden bei diesen Völkern auf schmerzende Stellen verteilt, so wie wir auf eine Wunde pusten, damit sie schneller heilt.

In den USA ist das Küssen gesetzlich geregelt

Mit dem Küssen hat sich in vielen Ländern dieser Erde auch das Gesetz befasst. So z. B. in den USA. In Colorado beispielsweise ist es Männern untersagt, ihre Liebste im Schlaf zu küssen; in Eureka (Nevada) dürfen Männer mit Schnauz keine Frauen küssen; in Hartford (Connecticut) ist es Männern am Sonntag verboten, Frauen einen Kuss zu geben; im kalifornischen Riverside darf man laut lokalem Gesundheitsgesetz nur dann küssen, wenn sich die am Kuss beteiligten Partner ihre Lippen vorher mit Rosenwasser abgewischt haben; und in Alexandria (Minnesota) darf ein Mann seine Frau nicht küssen, wenn sein Atem nach Knoblauch, Zwiebeln oder Sardinen riecht. In Afrika und Asien hingegen sind Küsse in der Öffentlichkeit überhaupt verpönt. Für viele der dort lebenden Völker ist der Kuss Teil des Vorspiels beim Sex und gehört deshalb ausschliesslich in die eigenen vier Wände. Selbst Wangenküsse sind tabu, und vor der Verlobung darf ohnehin nicht geküsst werden.

Übrigens: In den USA gibt’s fürs Küssen teils ein Zeitlimit: Im Bundesstaat Iowa darf man sich laut Gesetz zwar immerhin bis zu fünf Minuten lang küssen. Aber in Halethrope (Maryland) sind Küsse von über einer Sekunde in der Öffentlichkeit illegal!

Und trotzdem: Let’s kiss!

Nur wenige wissen, dass auch in Europa nicht überall geküsst werden darf. So beispielsweise in Frankreich, wo Bahnübergänge als offizielles Kuss-Sperrgebiet gelten. In Monreale auf Sizilien ist das Küssen in öffentlichen Parks verboten, und im italienischen Eboli kann es im Auto bis zu 500 Euro kosten, wenn man beim Küssen am Steuer sitzt. Tja, ein Kuss lenkt halt tatsächlich ab. Da kann man höchstens noch fragen, warum es Küsse überhaupt gibt. Aber bevor wir jetzt ins Grübeln kommen, halten wir es lieber mit der eingangs zitierten Selina und ihrem Song: „Es beginnt mit dem ersten Kuss, danach ist alles klar, du willst es immer wieder, es ist unheilbar.“ Und jetzt: Let’s kiss! Bei uns ist küssen, knutschen und busseln nicht nur gestattet, sondern meist auch erwünscht, weil sie zu Freundschaft und Liebe gehören … genauso wie Blumen.